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Elsaß - Tour Tag 11 - Samstag, der 11. August
(pika:) Der elfte Tag
(Samstag, der 11. August)
Beide starteten um 0715 von der Hütte aus nach le Bonhomme und fuhren mit
dem Bus (Abfahrt in le Bonhomme 0800) über Kaysersberg nach Colmar,
Ankunft um 0900. Nach dem Einkauf des Lebensnotwendigen stand die
Besichtigung des Unterlindenmuseums, der Hauptsehenswürdigkeit von Colmar,
auf dem Programm. Es ist das wichtigste Museum im Departement Oberrhein
und enthält viele Zeugnisse der Geschichte dieser Gegend. Besonders
erwähnenswert sind dabei die umfangreichen archäologischen Funde und die
in der Ausstellung "Moderne Gemälde" gezeigten Bilder Picassos, besonders
den unter seiner Aufsicht angefertigten Wandteppich des Bildes "Guernica";
das übrige Gekleckse, kann der Besucher aber getrost vergessen.
Das den Beschauer wohl fesselndste Exponat stellt ohne Zweifel der "Isenheimer
Altar" von Matthias Grünewald dar. Dabei brach er mit der traditionellen
Malerei: der weltbekannte, ehemals im Kloster Isenheim gestandene Altar
verzichtet auf alles Beiwerk, beschränkt sich auf wenige wesentliche
Personen. Nachmittags besichtigte man die Altstadt, welche fast keine
Zerstörungen im zweiten Weltkrieg erleiden mußte. Daher besteht diese fast
ausschließlich aus Fachwerkhäusern, die überall herumstehenden
Ansichtskarten- und Souvenierständer verraten einen starken Tourismus.
Colmar ist auch eine Hochburg der berühmt-berüchtigten elsässischen
Feinschmeckerrestaurants. Dort wird jedes regionale Gericht (die
bodenständige Küche ähnelt der pfälzischen - Saumagen und Guggersheimer
Kanzlerkohl geben ein beredtes Zeugnis davon) zur Spezialität "d' alsace"
hochstillisiert, die zu bezahlenden Preise erleiden selbstverständlich das
gleiche Schicksal. Jede noch so gewöhnliche Weinstube beherbergt eine
vornehmtuerische Atmosphäre und verschandelt ihren Eingang mit unzähligen
Blechschildern, auf denen die Empfehlungen aller möglichen und unmöglichen
Feinschmecker- und Reiseklubs prangen. Für den einen Regenschutz tragenden
Michael und den Plastiktüten schleppenden Klaus war ein Hineinkommen
natürlich vollkommen undenkbar. Plötzlich erwiesen sich nämlich harmlos
aussehende, ungedeckte und nicht gekennzeichnete Tische als "reserviert"
oder das ganze Lokal deklarierte sich als "belegt". Dies passierte beiden
beim ersten Anlauf - nach ein paar Minuten wurden sie schon sitzend
(höflich) hinaus komplimentiert.
Schließlich und endlich fand sich dann neben dem Unterlindenmuseum ein
Unterkommen im Restaurant "Ami Fritz", das wohl auch gern
zahlungskräftigere Gäste als die im Gasthaus sitzenden gesehen hätte. Dort
bestellte Michael großspurig die Weinkarte, er bekam aber plötzlich ein
langes Gesicht, als sich herausstellte, für ein Achtel Liter Wein viel
Geld zu müssen. Durch die Bestellung von "une Biere de l' ami Fritz d'
alsace" glaubte er, seinen Kopf aus der Schlinge herausgezogen zu haben -
aber das Gesicht des Obers verfinsterte sich schlagartig - mehr noch: in
seiner Wut warf er einen angetrunkenen Gast hinaus und verprügelte ihn auf
offener Straße auf das Gründlichste.
Die Jugendherberge ließ sich aufgrund des unzureichend genauen Stadtplans,
made "d' alsace", nur sehr schwer auffinden. Die Lage des Gebäudes erwies
sich als sehr romantisch- naturverbunden im Sinne des Wanderers: inmitten
einer abweisenden Hochhaussiedlung gebärdete es sich als Jugendzentrum, in
dem gerade eine mit starkem Lärm verbundene Party stattfand.
Wetter: bedeckt und kühl
Höhenunterschied: 210 Meter Abstieg
Wegstrecke: ungefähr vier Kilometer
Reisebericht einer Elsaß
Tour:
Mittwoch, der 8. August
Donnerstag, der 9. August
Freitag, der 10. August
Samstag, der
11. August
Sonntag, der 12. August
Montag, der 13. August
Dienstag, der
14. August
Am Rande:
Urlaub ohne Wasserbett
Abenteuer-Urlaub und Mako-Satin-Bettwäsche im Hotel
Wandern mit Wasserbetterfahrung
Die Tage, Mittwoch, der 1. August
bis Dienstag, der 7. August
Findet sich unter
http://www.imaginary-heroes.de/
Kino Kultur:
Die Worte Kinofilme und Kino sind Relikte aus einer Vergangenheit, die bis
heute nicht den Nachweis antreten konnte, dass Kino tot ist.
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